EZB sorgt für Zinssprung bei Tagesgeld

Nach den Geschäften der EZB reagiert nun der Geldmarkt mit höheren Zinsen beim Tagesgeld.

Von 4,07 stieg der Zinssatz am gestrigen Tag auf stolze 4,11 Prozent an. Der Ausgangswert der Zinsen für Tagesgeld hatte am Morgen des 10.06. noch unter vier Prozent gelegen. Grund für die rasante Zinsentwicklung ist ein Schnelltender der EZB gewesen, der in den Markt eingebracht wurde. Kurz nach der Ankündigung seitens der EZB wurde auch schon das so genannte 1-Tages-Geschäft durchgeführt und mit einem Festzins von 4 Prozent versucht ein Liquiditätsungleichgewicht auszugleichen und direkt im Anschluss die Gelder wieder abzuziehen.

Überraschend niedrig und zudem zeitgleich wurde über den Zuteilungssatz aus einem Wochen-Tender gesprochen. Das Refinanzierungsgeschäft mit einer Fälligkeit am 18. Juni hatte einen Umfang von 191 Milliarden Euro und war somit um 20 Milliarden stärker ausgefallen, als es die Berechnungen vorher überhaupt ergeben hatten. Der Zuteilungssatz fiel somit von 4,17 Prozent auf 4,03 Prozent und verursachte so einen Zinssprung, den selbst erfahrene und langjährige Kenner des Marktes als unüblich und überraschend einstuften. Offenbar handeln Banken wesentlich bedarfgerechter als vorher angenommen und sie nehmen sich von der EZB nur noch das, was wirklich gebraucht wird.

Der Eonia, der europäische Referenzzinssatz, wurde am Montagabend bereits von vorher 3,963 auf 3,975 angehoben und dort gefixt.


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