Girokonto-Dispo: Eine gute Geldquelle für die Banken
Wenn das Geld knapp wird, schauen auch die Geldinstitute nach alternativen Wegen, um sich neues Kapital zu besorgen.
Und statt die gesunkenen Leitzinsen von der Europäischen Zentralbank wie eigentlich bezweckt über Senkungen bei Zinsen auch an die Bankkunden weiterzugeben, sieht man bei vielen Banken keinen Anlass für Zinsanpassungen.
Einzig bei der Baufinanzierung zeichnen sich derzeit gute Ansätze für die Kundschaft der angeschlagenen Banken. Dafür werden beim Festgeld oder der Alternative Tagesgeld zusehends weniger Versprechungen gemacht. Für die normalen Kreditnehmer, die etwa Gebrauch von Konsumentenkrediten machen oder Ihren Dispositionsrahmen im erlaubten Rahmen überziehen, gibt es jedoch kaum Besserung nach der Leitzins-Senkung.
Hier sind dem Empfinden der Girokonto-Nutzer nach zum Teil regelrechte Wucherzinsen gang und gäbe. Den Rekord hält hier momentan beim Dispo-Zinssatz die Köln-Bonner Sparkasse, die ihren Kunden durchaus stattliche 19,75 Prozent Zinsen fürs Überziehen in Rechnung stellt. In Spitzenzeiten waren gar Sätze von mehr als 20 % zu beobachten.
Im Schnitt liegt der Satz für das Girokonto im Dispo bei immerhin 17,25 Prozent. Insbesondere diejenigen Kunden sind am Ende die sprichwörtlich dummen, die auf anderen Wege keine Kredite erhalten würden und somit auf diesen Girokonto-Service angewiesen sind. Aber es gibt auch Lichtblicke wie die ING Diba Bank, die ihren Kunden weniger als zehn Prozent in Rechnung stellt.
Dabei sind Experten der Überzeugung, dass die Kunden einen gesetzlichen Anspruch darauf haben, dass auch diese Sätze an den Leitzins angepasst werden, wie immer zeitnah. Was genau dieses Wort bezeichnet, ist leider nicht genauer definiert.

