Island bald ohne Bankgeheimnis?
Nachdem es zuletzt in der Alpenrepublik Schweiz Diskussionen und Streit mit den USA um das traditionell strenge Bankengeheimnis gegeben hatte, wird nun auch in Island über eine Lockerung des Bankgeheimnisses nachgedacht.
Und zwar an höchster Stelle. Natürlich sind es nicht die Banken selbst, die mit dem Gedanken an eine Aufhebung des Geheimnisses oder gar eine Aufhebung spielen. Die isländische Regierung kommt allerdings kaum umhin, sich der Thematik zu widmen.
Denn erst kürzlich war eine Liste veröffentlicht worden, in der Kredite von Großaktionären nachzulesen waren, die bei der inzwischen verstaatlichen Insolvenz-Bank Kaupthing-Edge mit an Bord an. Problematisch war die Kreditvergabe deshalb, weil keine Sicherheiten verlangt worden waren.
Auch viele deutsche Anleger hatten sich mit Geldanlagen wie Tagesgeld und festverzinsten Modellen in Island mit hohen Zinsen versorgen wollen und warten seither noch immer auf ihre Einlagen nach der Pleite. Die isländische Regierung bezeichnet die Gedankenspiele als logische Konsequenz.
Denn Missbrauch im Finanzsektor könne nur durch offenen Umgang und möglichst hohe Transparenz geschaffen werden. So ist Islands neue Regierungschefin Jóhanna Sigurdardóttir der Auffassung, dass diese gewünschte Transparenz unter anderem durch Korrekturen beim isländischen Bankengeheimnis erreicht werden könnte. Vielen Großanlegern aus dem Ausland wäre dieser Schritt ohne Frage ganz und gar nicht recht.

