Den letzten Zweiflern einer anhaltenden Hochzinsphase dürfte seit gestern auch das letzte Argument geraubt worden sein. Erneut erhöhte die EZB den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte.
Klingt im ersten Moment sicher nicht nach viel, aber gesamtwirtschaftlich gesehen sind 0,25 Prozentpunkte Zinssteigerungsrate eine amtliche Summe. Vor allem Anleger die fünf- oder sechsstellige Summen angelegt haben, dürften sich bei Weitergabe der neuen Zinsen durchaus freuen. Auch wenn die EZB schon länger keine Zinsanpassung vorgenommen hatte, hält sich der hohe Zinssatz nun schon seit Monaten und selbst schlimmste Schwarzseher, die ein Ende der Hochzinsphase gesehen haben wollen, bleibt dieses letzte mahnende Argument angesichts der Entscheidung der Europäischen Zentralbank jetzt im Halse stecken.
Es bleibt abzuwarten welcher Anbieter von Tages- oder auch Festgeld wie schnell die Zinsen auch wirklich an die Anleger weiter gibt, die Zahlen bis heute sprechen aber für eine recht zügige und unmittelbare Weitergabe. Die Liquidität der Banken und Sparkassen scheint also gewährleistet und die Anleger profitieren. Selbst bei sehr kurzen Laufzeiten von 3 Monaten zum Beispiel greift die Zinssteigerung bereits deutlich und hat auch im Vorfeld der Erhöhung schon gegriffen. Grund für den Schnellschuss mancher Anbieter und der vorzeitigen Zinsanhebung, war lediglich die Ankündigung des Präsidenten der EZB, Jean-Claude Trichet, dass eine Zinserhöhung durchaus wahrscheinlich ist.
Anleger jubeln seit Tagen, Kreditnehmer schauen betrübt wegen steigender Zinsen und der europäische Markt kämpft gegen die Inflation.
