Revolving - Kreditkarten der Beginn einer deutschen Kreditblase?
In anderen Ländern Europas kennt man dieses spezielle Modell des Kreditkartenmarktes bereits. Vor allem in den USA hatten die Revolving Kreditkarten nach Expertenmeinung nicht nur im Kleinen dazu beigetragen, dass sich die Blase auf dem Markt überhaupt in dieser Geschwindigkeit und dem bekannten Ausmaß entwickeln konnte.
So sehen es jedenfalls die Experten, die gravierende Konsequenzen für den deutschen Markt befürchten, sollte das Gesetz der aktuellen parlamentarischen Beratung der EU standhalten. Die Richtlinien der EU könnten eine baldige Veränderung der Angebotspalette für die deutschen Bankkunden nach sich ziehen.
Bisher sind Kreditkarten in Deutschland in der Regel im Format der Charge- oder Debit-Karten. Das bedeutet, dass diese über das Girokonto bequem für bargeldloses Bezahlen stehen. Binnen Monatsfrist werden die Zahlungen mit dem Girokonto verrechnet. Die Gefahr einer Schuldenfalle ist somit nicht gegeben, da es sich um keine Darlehen handelt.
Die Revolving-Kreditkarten jedoch funktionieren im Grunde auf Darlehensbasis. Pro Monat muss nur ein festgelegter Satz zurückerstattet werden vom Nutzer. Der Großteil der geliehenen Summen verbleibt als Schuldenlast auf dem Kreditkartenkonto. Mehr Anreiz zum Konsum kann es für die Verbraucher kaum geben.
Schließlich machen sich die Ausgaben nicht direkt bemerkbar. Dafür fallen die Zinsen später umso höher aus. Dass viele Konsumenten ihr Einkaufsverhalten nicht steuern können, ist kein Geheimnis. Mit den Revolving-Kreditkarten können clevere Käufer für dringende Anschaffung etwas Aufschub erzielen.
Die meisten werden aus Sicht der Verbraucherzentralen jedoch eher Gefahr laufen, sich in eine unüberschaubare Kostenspirale zu manövrieren.

