Tagesgeld als Markt-Indikator
Aus Sicht vieler Experten kommt dem Tagesgeld auf dem deutschen Markt die Zinsen betreffend derzeit eine richtungweisende Position zu.
Hier lässt sich am deutlichsten ablesen, in welcher Weise sich die Angebote der Geldhäuser in den vergangenen und wohl auch kommenden Wochen verändern werden. Und die Vorgabe ist eindeutig. Es geht bergab. Um bis zu zwei Prozentpunkte haben die meisten Banken beim Tagesgeld in den zurückliegenden drei Monaten die Bremse bei den Zinsen angezogen.
Man nutzt schlicht die Möglichkeit, die Konto-Modalitäten dem Namen entsprechend jeden Tag an die neuen Gegebenheiten anpassen zu können. Nur wenige Anbieter – zumeist aus dem Ausland – bieten ihren Kunden noch Zinsen in Höhe von um die vier Prozent aufs Tagesgeld. Nur die wenigstens dieser Banken bieten allerdings auch die deutsche Einlagensicherung für ihre Produkte an.
Und so sind diese Top-Tagesgeldkonten spätestens dann nicht mehr ratsam, wenn die zu investierenden Summen eine Grenze von etwa 20 000 Euro überschreiten. Bedenkt man nun, dass die EZB für den Leitzins schon bald eine erneute in Betracht ziehen könnte, ist auch die zukünftige Tagesgeld-Entwicklung wohl klar.
Wer die Chance erhält, Tagesgeld über einen zeitlich garantierten Rahmen zu nutzen, sollte nicht lange zögern. Steigen werden die lukrativen Angebote ohne zusätzliche Bedingungen wie die Eröffnung eines kostenpflichtigen Aktiendepots vermutlich sobald nicht wieder. Auch wenn Ausnahmen wie immer die Regel bestätigen werden.

